Sony PlayStation Classic im Test – was taugt die Mini-Konsole?

Sony PlayStation Classic im Test – was taugt die Mini-Konsole?

PlayStation Classic

6.2

Design und Verarbeitung

8.0/10

Software

5.0/10

Spieleauswahl

5.0/10

Preis

6.0/10

Editor's Choice

7.0/10

Positiv

  • Liebe zum Detail: Bedienung und Design sorgen für Retro-Feeling
  • Praktisches Feature zum Zwischenspeichern
  • Gute Verarbeitung

Negativ

  • Einige tolle Spieleklassiker, insgesamt jedoch sehr geringe Auswahl
  • Controller leider ohne Rumble-Funktion
  • Software bietet kaum Anpassungsmöglichkeiten

Mit der ersten PlayStation revolutionierte Sony in den 90er Jahren die Gaming-Welt. Nun bietet die PlayStation Classic Retro-Fans die Gelegenheit, zwanzig Spieleklassiker neu zu erleben. Was die Mini-Konsole taugt, erfahrt ihr in unserem Test.

  1. Design und Verarbeitung
  2. Software
  3. Spieleauswahl
  4. Preis
  5. Fazit

Design und Verarbeitung

Was einem beim Auspacken der PlayStation Classic sofort ins Auge springt, ist die geringe Größe. Die Konsole ist nämlich deutlich kleiner als das Original von 1994. Die Abmessungen betragen gerade einmal 33 × 149 × 105 mm. Leicht ist die Mini-Konsole auch – ihr Gewicht liegt bei 163 Gramm.

Sowohl die Konsole als auch die Controller sind dem Original nahezu perfekt nachempfunden. Wie viel Liebe zum Detail im Design steckt, zeigt sich vor allem an den Anschlüssen für die Controller. Zwar werden diese über einen ganz normalen USB-A-Stecker mit der Konsole verbunden, sie verfügen jedoch über eine Blende aus Kunststoff, die dem Stecker die Optik des Originals verleihen.

Wie detailgetreu die Konsole ist, könnt ihr euch in diesem offiziellen Blogpost von Sony noch etwas genauer ansehen.

Apropos Liebe zum Detail – wie detailverliebt die PlayStation Classic ist, wird auch an der Verpackung deutlich. Das folgende Easteregg dürfte vor allem die Herzen von Metal Gear Solid-Fans höher schlagen lassen: Meryls Codec-Frequenz, die ursprünglich auf der Rückseite der Spielehülle zu finden war, findet ihr nun in einem Screenshot auf der Rückseite der Box.

Die Controller vermitteln klassisches PlayStation-Feeling und liegen gut in der Hand. Aufgrund des fehlenden Vibrationsmotors sind sie zudem sehr leicht. Hier zeigt sich bereits mein erster Kritikpunkt: Die Tatsache, dass es sich nicht um eine Nachbildung des DualShock-Controllers handelt, finde ich ziemlich schade. Das fehlende Vibrationsfeature macht sich vor allem in Metal Gear Solid in der berühmten Szene mit Psycho Mantis bemerkbar. Das Kabel der Controller ist übrigens 1,5 Meter lang – das halte ich zwar für ausreichend, bei vielen Leuten wird es aber nicht ganz bis zum Sofa reichen.

Auf der Vorderseite befinden sich zwei USB-Anschlüsse für die mitgelieferten Controller. Hinten findet ihr einen Micro-USB-Anschluss für die Stromversorgung sowie einen HDMI-Ausgang. Ein Netzteil wird übrigens nicht mitgeliefert. Laut Sony benötigt die PlayStation Classic eine Stromquelle mit mindestens 5 V.

Auf der Oberseite befinden sich genau wie bei der Ur-PlayStation drei Tasten. Der Power-Knopf zu Einschalten, die Open-Taste zum Wechseln der Spieledisk und die Reset-Taste. Wie die Bedienung genau funktioniert, erfahrt ihr unten im Abschnitt “Software”.

Insgesamt ist die PlayStation Classic gut verarbeitet und vermittelt einen durchaus wertigen Eindruck.

Software


Einstellungsoptionen gibt es leider nur sehr wenige. Bild: Sony

Auf der Konsole läuft der Open-Source-Emulator PCSX ReARMed, der nicht von Sony, sondern von PlayStation-Fans entwickelt wurde. Eine Entscheidung, die sich meiner Meinung nach als Fehler entpuppt hat. Der Emulator sorgt nämlich hier und da immer wieder für Sound- und Grafikfehler. Weil Sony sowohl PAL- als auch NTSC-Roms vorinstalliert hat, laufen zudem nicht alle Spiele mit ihrer ursprünglichen Geschwindigkeit. Ich muss jedoch anmerken, dass mir das bisher bei keinem der Spiele aufgefallen ist. Hartgesottene Fans werden aber wohl anderer Meinung sein. Dass Sony bei einer knapp 100 Euro teuren Konsole an der Software gespart hat, finde ich ein wenig enttäuschend.

Anpassungsmöglichkeiten gibt es leider so gut wie keine. So habt ihr lediglich die Möglichkeit, eine Energiesparfunktion und einen Bildschirmschoner zu aktivieren. Optionen zur Anpassung des Spielerlebnisses oder Grafikfilter (z. B. für CRT-Scanlines) sucht man vergeblich. Nintendo bietet bei seinen Retro-Konsolen in diesem Punkt deutlich mehr Auswahl.

Wenn ihr auf die Reset-Taste drückt, während ihr euch im Spiel befindet, kehrt ihr zum Auswahlbildschirm zurück und das Spiel wird zwischengespeichert. Ein praktisches Feature, denn so könnt ihr die Spiele jederzeit pausieren und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Die virtuelle Memory Card stellt euch für jedes Spiel stehen euch bis zu 15 Speicherslots zur Verfügung.

Bei Spielen mit mehreren Disks – wie beispielsweise Final Fantasy VII und Metal Gear Solid – könnt ihr mithilfe der “Open”-Taste die Disk wechseln. Ein charmantes Feature, das definitiv für Retro-Feeling sorgt.


Bild: Sony

Genau wie bei den Mini-Konsolen von Nintendo gibt es leider keinen offiziellen Weg, um weitere Spiele auf die Konsole zu laden. Auf der PlayStation Classic befinden sich insgesamt zwanzig Titel. Mehr dazu erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

Spieleauswahl


So sieht die Benutzeroberfläche aus. Bild: Sony

Hier die Liste mit allen Spielen, die Sony auf der PlayStation Classic vorinstalliert hat:

  • Battle Arena Toshinden
  • Cool Boarders 2
  • Destruction Derby
  • Final Fantasy VII
  • Grand Theft Auto
  • Intelligent Qube
  • Jumping Flash!
  • Metal Gear Solid
  • Mr Driller
  • Oddworld: Abe’s Oddysee
  • Rayman
  • Resident Evil Director’s Cut
  • Revelations: Persona
  • Ridge Racer Type 4
  • Super Puzzle Fighter II Turbo
  • Syphon Filter
  • Tekken 3
  • Tom Clancy’s Rainbow Six
  • Twisted Metal
  • Wild Arms

Die folgenden Titel lassen sich außerdem zu zweit spielen:

  • Battle Arena Toshinden
  • Cool Boarders 2
  • Destruction Derby
  • Intelligent Qube
  • Mr Driller
  • Ridge Racer Type 4
  • Super Puzzle Fighter 2 Turbo
  • Tekken 3
  • Tom Clancy’s Rainbow Six
  • Twisted Metal

Wie ihr seht, ist die Auswahl an Spielen relativ begrenzt. Glücklicherweise sind einige PlayStation-Kracher wie Metal Gear Solid, Final Fantasy VII und Resident Evil mit von der Partie. Warum viele Klassiker wie Final Fantasy IX, Crash Bandicoot, Gran Turismo, MediEvil und Silent Hill fehlen, kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach hat Sony hier die Chance verpasst, der PlayStation Classic mehr Relevanz zu verleihen.

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei stolzen 99,99 Euro. Aber mittlerweile ist die PlayStation Classic deutlich günstiger zu haben. So verkauft Amazon die Konsole in der Regel für rund 50 Euro. Der ein oder andere Warehouse Deal kostet sogar nur um die 30 bis 40 Euro.

Hinsichtlich der Spieleauswahl halte ich einen Preis von 30 bis 50 Euro für durchaus angemessen – mehr würde ich aber nicht ausgeben wollen.

Fazit: Sony, das könnt ihr besser!

Hat es Sony geschafft, mit der PlayStation Classic das Gaming-Erlebnis der 90er Jahre in die Wohnzimmer zurückzubringen? Jein. Einerseits steckt in dem Retro-Winzling viel Liebe zum Detail und auch der ein oder andere Spieleklassiker, den man auf jeden Fall gespielt haben sollte. Andererseits hat Sony an vielen Ecken gespart und leider so manche Chance verpasst.

Wenn man einmal vom detailverliebten Design absieht, wirkt es fast so, als wollte Sony mit der PlayStation Classic nur auf den Retro-Zug aufspringen, den Nintendo mit dem NES Mini ins Rollen gebracht hat. Und wirft man einen Blick auf die unverbindliche Preisempfehlung, liegt man mit dieser Behauptung vielleicht nicht ganz verkehrt. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass die PlayStation Classic zum aktuellen Zeitpunkt deutlich günstiger zu haben ist als zum Verkaufsstart.

Wem die Auswahl an Spielen zusagt und die Konsole günstig in die Finger bekommen kann, für den lohnt sich der Kauf.
Denn wenn ihr ohne Ur-PlayStation oder Emulator ein paar der alten Klassiker neu erleben möchtet, bekommt ihr mit der PlayStation Classic eine gehörige Portion Retro-Gaming. Dafür sorgen vor allem die Controller sowie das Design und die Handhabung der Konsole.

Würde Sony ein Firmware-Update nachliefern, das der Software wenigstens ein paar mehr Anpassungsmöglichkeiten verleiht oder der Konsole gar den ein oder anderen Titel spendiert, würde uns das sehr freuen. Aber auch so macht die PlayStation Classic eine ganze Menge Spaß!

4 Kommentare


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